„Mindestens haltbar bis“ oder „zu verbrauchen bis“? Lernen Sie, Datumsangaben richtig zu verstehen und zu verwenden

„Mindestens haltbar bis“ oder „zu verbrauchen bis“? Lernen Sie, Datumsangaben richtig zu verstehen und zu verwenden

Wenn Sie im Supermarkt stehen und sich fragen, ob der Joghurt noch genießbar ist oder ob die Nudeln im Vorratsschrank schon zu alt sind, hilft ein Blick auf das Datum auf der Verpackung. Doch was bedeutet „mindestens haltbar bis“ eigentlich – und wann ist „zu verbrauchen bis“ wirklich wörtlich zu nehmen? Viele Verbraucherinnen und Verbraucher verwechseln diese beiden Angaben, was oft zu unnötiger Lebensmittelverschwendung führt. Hier erfahren Sie, wie Sie die Unterschiede verstehen und Datumsangaben richtig nutzen.
Zwei verschiedene Arten von Datumsangaben
In Deutschland – wie in der gesamten EU – gibt es zwei Hauptarten von Datumskennzeichnungen auf Lebensmitteln:
- „Mindestens haltbar bis“ (MHD): Diese Angabe betrifft Produkte, die nach Ablauf des Datums in der Regel nicht gesundheitsschädlich werden, deren Qualität sich aber allmählich verschlechtern kann. Dazu gehören zum Beispiel Nudeln, Reis, Schokolade, Konserven oder Gewürze.
- „Zu verbrauchen bis“: Diese Kennzeichnung findet sich auf leicht verderblichen Lebensmitteln, die nach Ablauf des Datums ein Gesundheitsrisiko darstellen können – etwa frisches Fleisch, Fisch, Wurst oder Milchprodukte mit kurzer Haltbarkeit.
Kurz gesagt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht für Qualität, das Verbrauchsdatum für Sicherheit.
„Mindestens haltbar bis“ – vertrauen Sie Ihren Sinnen
Wenn ein Produkt das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, bedeutet das nicht automatisch, dass es in den Müll gehört. Der Hersteller garantiert lediglich, dass Geschmack, Geruch, Konsistenz und Farbe bis zu diesem Datum optimal sind. Danach kann sich die Qualität verändern, das Produkt ist aber oft noch genießbar.
Verwenden Sie Ihre Sinne als Orientierung:
- Ansehen: Sieht das Produkt normal aus, ohne Schimmel oder Verfärbungen?
- Riechen: Riecht es wie gewohnt?
- Probieren: Schmeckt es normal, ist es meist noch gut.
Viele Trockenprodukte oder Konserven sind bei richtiger Lagerung noch Monate oder sogar Jahre nach Ablauf des MHD genießbar.
„Zu verbrauchen bis“ – hier ist Vorsicht geboten
Bei der Angabe „zu verbrauchen bis“ sollten Sie keine Experimente machen. Nach Ablauf dieses Datums kann das Lebensmittel gesundheitsschädlich sein, auch wenn es noch gut aussieht oder riecht. Besonders bei Produkten, die gekühlt werden müssen, ist das Risiko einer Keimbildung hoch.
Ein praktischer Tipp: Planen Sie Ihre Einkäufe so, dass Sie diese Produkte rechtzeitig verbrauchen. Wenn Sie sie nicht rechtzeitig verwenden können, lassen sich viele Lebensmittel vor Ablauf des Datums einfrieren und so länger haltbar machen.
So lagern Sie Lebensmittel richtig
Die richtige Lagerung ist entscheidend für die Haltbarkeit Ihrer Lebensmittel. Beachten Sie einige einfache Grundregeln:
- Schnell kühlen: Frische Produkte sollten nach dem Einkauf zügig in den Kühlschrank.
- Temperatur halten: Der Kühlschrank sollte maximal 5 °C, die Tiefkühltruhe -18 °C oder kälter sein.
- Gut verschließen: Verwenden Sie luftdichte Behälter oder Beutel, um Austrocknung und Keimbildung zu vermeiden.
- Hinweise beachten: Auf vielen Verpackungen finden Sie konkrete Lagerungsempfehlungen – folgen Sie diesen.
Mit richtiger Lagerung können Sie die Haltbarkeit vieler Produkte verlängern und Abfall vermeiden.
Datumsangaben und Lebensmittelverschwendung
Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) landen in deutschen Haushalten jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – ein großer Teil davon völlig unnötig. Häufig liegt das an Missverständnissen rund um Datumsangaben. Viele Menschen werfen Produkte mit überschrittenem MHD weg, obwohl sie noch einwandfrei sind.
Wer den Unterschied kennt und seine Sinne nutzt, kann Geld sparen, Ressourcen schonen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Neue Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung
Immer mehr Hersteller und Supermärkte engagieren sich gegen Lebensmittelverschwendung. Manche ergänzen die MHD-Angabe um Hinweise wie „oft länger gut“, um Verbraucherinnen und Verbraucher daran zu erinnern, dass das Produkt häufig noch genießbar ist. Andere bieten Lebensmittel kurz vor Ablauf des Datums zu reduzierten Preisen an.
Auch Sie können mithelfen: Kaufen Sie bewusst, planen Sie Ihre Mahlzeiten und nutzen Sie den Gefrierschrank, um Lebensmittel länger haltbar zu machen.
Datumsangaben als Orientierung – nicht als starre Regel
Datumsangaben sollen Ihnen helfen, Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln einzuschätzen. Sie sind jedoch kein strenges Verfallsurteil. „Mindestens haltbar bis“ bedeutet nicht „sofort schlecht danach“, und „zu verbrauchen bis“ heißt nicht, dass Sie das Produkt schon am Vortag entsorgen müssen.
Mit etwas Aufmerksamkeit, gesundem Menschenverstand und dem Einsatz Ihrer Sinne können Sie sicher und nachhaltig mit Lebensmitteln umgehen – und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung leisten.










